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IKZ: „Der Verein muss gesund sein!“ Foto: Dennis Echtermann

IKZ: „Der Verein muss gesund sein!“ TOP NEWS

Iserlohn. Fünf Jahre nach der Fusion steht der FC Iserlohn wirtschaftlich auf einem soliden Fundament, trotzdem reichen die finanziellen Mittel nicht aus, um offensiv den Aufstieg in die Oberliga zu formulieren. „In erster Linie muss der Verein gesund sein“, konterte FCI-Vorsitzender Jens Breer die Forderung von Oliver Ruhnert, sich klarer zu positionieren, wohin der Weg die erste Mannschaft in naher Zukunft führen soll.

Ruhnert, der als Direktor der Schalker Knappenschmiede seine Tätigkeit als C-Jugend-Trainer des FCI nach vielen erfolgreichen Jahren nach der Saison beenden wird, vermisste auf der knapp andert­halbstündigen Jahreshauptversammlung eine manifeste Zielsetzung. Dadurch sorgte er für eine Diskussion über die strategische Ausrichtung des Vereins.

Klare Absage an Wettrüsten mit der Konkurrenz

„Natürlich ist die Entwicklung nicht so, wie man sie sich wünscht“, gestand Breer und verwies auf andere Sportarten Basketball, die sich in der Waldstadt kontinuierlich entfaltet haben, während bei den Fußballern vor der Fusion eine Zeit lang die Luft raus war. Der FCI-Vorsitzende verteidigte vehement den Weg der kleinen Schritte und das Konzept, den Kader mit jungen Talenten aufzufrischen. „Mich interessiert nicht, was andere Vereine für einen Etat haben“, erteilte Breer einem Wettrüsten mit zahlungskräftiger Konkurrenz eine Absage, zumal es keinen Erfolg garantiert. Mit Blick auf dem Etat pflichtete Schatzmeister Thomas Hoßdorf ihm bei: „Aus finanzieller Sicht ist nicht damit zu rechnen, dass wir in den nächsten Jahren nur mit Geld die Oberliga schaffen. Das wird nur mit einer Truppe funktionieren, die nicht viel kostet, dafür aber Leidenschaft und Herz zeigt.“ Diesbezüglich sieht der Vorsitzende die Mannschaft bereits weit vorne: „Sie ist spielstark und charakterfest. Das sollte nicht unterschätzt werden.“

  

Sergen Gülbeyaz kehrt aus Attendorn zum FCI zurück

„Ziele auszusprechen ist das eine, ob sie realistisch sind oder umsetzbar, ist das andere. Wir besitzen immer die Option, über die Jugend Entwicklung zu haben. Alles andere steht in der Sternen“, unterstützte der sportliche Leiter Uli Sauerborn die Ausführungen des Vorstandes. Die Mannschaft habe in der abgelaufenen Saison zwar wie im Vorjahr Platz vier belegt, sich aber trotzdem weiter entwickelt und gefestigt.

Sauerborn hat die Kaderplanungen für die kommende Saison so gut wie abgeschlossen. Als vorerst letzten Neuzugang präsentierte er Sergen Gülbeyaz. Der Offensivspieler kehrt nach einjährigem Intermezzo vom Landesligisten SV Attendorn zum Hemberg zurück.

Hoßdorfs Finanzbericht im Kalenderjahr 2016 wies einen Gesamtumsatz in Höhe von 408 000 Euro aus, gut 15 Prozent weniger als im Vorjahr. Auf der Ausgabenseite wurden die Personalkosten (Trainer, Spieler, Abgaben, Steuern, Sozial- und Unfallversicherung) um 23 450 € gemindert, nahmen aber mit 168 465 € trotzdem den größten Posten ein. Erstaunlich: Die Verbandsabgaben betrugen 9875 € und lagen damit höher als die Spieleinnahmen (7728 €).

 

Im Nachwuchsbericht kritisierte Jugendleiter Jörg Pantring die mangelnde Bereitschaft, sich ehrenamtlich zu betätigen: „Es wird immer schwieriger, gute Übungsleiter zu finden. Der Verband und DFB, aber auch der Staat müssen sich Gedanken machen, wie sie diese Ehrenämter stärken können.“ Aus seiner Sicht sei es erschreckend, wie wenig Einsatz der Einzelne für die Gemeinschaft bringt. „Das muss sich auch in unserem Verein ändern. Es werden helfende Hände gebraucht.“ Kein Verständnis zeigte Jörg Pantring für die Abwerbungsversuche eines Dortmunder Vereins, der gleich fünfzehn Spieler aus der U16 und U17 zu einem Wechsel bewegen wollte. „Das hat nichts mehr mit sportlicher Fairness zu tun, zumal zwei Übungsleiter dieses Vereins beim FLVW arbeiten.“ Man werde eine Beschwerde an den Verband richten.

 Pantring und Börsting für Krehle und Echtermann

Auf eine gelungene Saison blickt die Frauen- und Mädchenabteilung des FCI zurück, die obendrein mit diversen Aktionen die positive Außendarstellung des Vereins förderte. Der Auftritt von Leonora Ejupi an der Torwand im ZDF-Sportstudio sowie das Sticker-Sammelalbum trugen den Namen des Fusionclubs weit über die Grenzen der Waldstadt hinaus.

Zügig ging die bereits auf der vergangenen Versammlung akzeptierte Satzungsänderung vonstatten, die in zwei Punkten korrigierte Neufassung wurde einstimmig verabschiedet. Zwei neue Gesichter prägen den Vorstand. Bernd Krehle als 2. Vorsitzender und Jürgen Echtermann als Kassierer werden nach fast 30 Jahren Vorstandsarbeit kürzer treten. Beide bleiben jedoch dem Verein erhalten. Echtermann will sich im Nachwuchsbereich engagieren, Krehle wurde zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Ihre Ämter übernehmen Jörg Pantring beziehungsweise Hermann Börsting.

 

 

Quelle: IKZ, Helmut Muschiol

zuletzt bearbeitet am Samstag, 10 Juni 2017 08:20